Brandhaus Würzburg

"Wohnungsbrand im ersten Obergeschoss, vermutlich noch Personen im Gebäude. Wasserentnahme: nächster Oberflurhydrant - Verteiler vor die Haustüre. Angriffstrupp zur Menschenrettung und Brandbekämpfung mit erstem C-Rohr über den Treppenraum in die Brandwohnung vor."

Der Angriffstrupp trägt bereits seine vollständige persönliche und erweiterte Schutzausrüstung, meldet sich bei der Atemschutzüberwachung, schließt den Lungenautomat an die Atemschutzmaske und den Schlauch mit Strahlrohr an den Verteiler an. Anschließend geht er im Treppenraum bis zur Brandwohnung vor, legt seine Schlauchreserve und gibt den Befehl "Erstes C-Rohr Wasser marsch!". Nachdem die Schlauchleitung entlüftet ist öffnet er die Türe zur Brandwohnung und sieht nichts. Ab hier ist die gesamte Wohnung verraucht. Der Trupp tastet sich an der Wand vor bis er eine Türe gefunden hat. Nach der Türansprache und dem Öffnen der Türe kriecht er hinein. Nach kurzer Zeit stellt er fest, dass er im Schlafzimmer ist. Der Trupp sucht alles ab. Den Raum, die Schränke und das Bett inklusive Babywiege. Es sind keine Personen im Raum. Die zwei Atemschutzgeräteträger verlassen das Schlafzimmer und gehen zurück und anschließend den Flur entlang. Am Ende des Flures treffen die beiden auf die nächste Türe. Nach den Ansprache öffnen sie die Türe und gehen rein. hinter einem Regal rechts neben der Tür bemerkt der Trupp einen Feuerschein. Beim genaueren Hinsehen erkennt er eine brennende Couch. Die Temperatur im Raum beträgt um die 400°C. Der Trupp sucht das Wohnzimmer nach Personen ab und löscht das Feuer. Im Anschluss an das Wohnzimmer befindet sich die Küche. Sie brennt ebenfalls. Der Trupp erkundet den Brandherd, erkennt den Fettbrand, legt einen Deckel auf den Topf und meldet dem Gruppenführer "Erstes Obergeschoss vollständig abgesucht. Keine Personen gefunden. Feuer aus und Übungsende!".

Ideale Übungsbedingungen hatten sechs Atemschutzgeräteträger bei einer Ganztagesausbildung im Brandhaus an der Staatlichen Feuerwehrschule in Würzburg (Zellerau) am 09. Februar 2019. Das Feuer ist Wirklichkeit, die Temperaturen sind vergleichsweise hoch und mit dem Löschwasser wird im Gebäude auch kein Schaden angerichtet. Neben dem oben geschilderten Szenario konnten wir auf drei Etagen auch einen Garagen-, Werkstatt- und Kellerbrand löschen. Nach den abgearbeiteten Szenarien, welche immer von einem erfahrenen Ausbilder begutachtet und begleitet wurden, fand jeweils eine Nachbesprechung statt. Hier wurden gemachte Fehler angesprochen und Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt, welche direkt im Anschluss bei der nächsten Übung umgesetzt werden konnten.

Abschließend können wir sagen, dass alle teilgenommenen Atemschutzgeräteträger viel gelernt haben und vor allem neue Erfahrungen sammeln konnten.

Danke an Hermann Stieber und sein Ausbilderteam, welche uns das Brandhaus an einem Schulfreien Samstag zur Verfügung gestellt haben.

 

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